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Traditionelles Kizomba

Es gibt kein traditionelles Kizomba!


Definition Traditionell:
Das Traditionelle - oder auch eine Tradition - bezeichnet das Weitergeben oder Übertragen von Handlungsmustern, Überzeugungen, Glaubensvorstellungen oder auch Bräuchen und Sitten, innerhalb einer Personen Gruppe oder zwischen Generationen.
So verwendet man diesen Begriff oft im Zusammenhang mit Familien oder in der Theologie, da hier Traditionen eine große Rolle spielen.
Im Grunde ist das Traditionelle nichts anderes als eine immer weitergeführte und gegebene Gewohnheit. In diesem Sinne ist eine Tradition meist eine altertümliche Gewohnheit, die nicht temporär entstehen kann.

Mehr Infos über dieses Wort zum Beispiel hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Tradition

Also wenn wir uns die Entstehung des Kizomba`s anschauen, kann von Tradition keine rede sein. Das Wort ist angolanisch, aber Kizomba als Tanz und Musik entstand in Lissabon in den 80er und 90er Jahren durch eine kleine Clique von Angolanern und KapVerden. Kizomba als Tanz oder Musik hat es in Angola nie gegeben! Wie kann es dann eine Tradition geben?
Mestre Pedro Petchú unten im Video war einer von dieser ürsprünglichen Clique in Lissabon. Sehr schnell gesellten sich weisse Portugiesen und andere PALOP's dazu. Das Kizomba entwickelte sich, veränderte sich ständig. Ghetto Zouk kam hinzu. Hipp-Hopper wie Albier begannen Kizomba zu lernen, und prägten es dann mit, indem er es veränderte durch sein Hipp-Hopp. Es entfernte sich dadurch immer weiter vom ursprünglich angolanischem Stil und wurde stetig zu Kizomba-Fusion. Isabell und Felicien sind wohl die meist bekannten und geliebtesten Kizomba-Fusion-Tänzer. Dummerweise wurde das Kizomba-Fusion aber weiterhin immer noch als Kizomba bezeichnet. Aber zu viele Einflüsse vom Hipp Hopp, Salsa, Bachata und Lehrern von anderen Tänzen, veränderte das KLASSISCHE (!) Kizomba so sehr, dass eigentlich ein neuer Tanz kreiert worden ist, der mit dem klassischen Tanz Lissabon's nichts mehr viel zu tun hatte.

Die Angolaner waren die ersten Jahre ebenso „geflasht“ von dem was alles so passierte. Das Ghetto Zouk der Kap Verden schlug bei den Angolanern ein wie eine Bombe. Sie haben das alles gar nicht so realisiert was nun plötzlich weltweit passierte.
Lange Zeit waren sie fasziniert, was man mit ihrem Wort Kizomba so alles machte.
Bis zu dem Tag, als aus Frankreich plötzlich ein Tanz auftauchte, den man auch als Kizomba bezeichnete. Dieser Tanz, das heutige sog. Urban Kiz, hatte aber absolut nichts mehr mit dem klassischem (!) Tanz zu tun, der in Lissabon entstand. Alle Techniken waren das Gegenteil von Kizomba.
Da sind sie plötzlich aufgewacht. Mit Recht, weil was da passierte kann man als Kolonialismus 2.0 bezeichnen. Unter dem Denkmantel von Kunst, wurde alles Angolanische in Bezug auf das Wort Kizomba gestohlen, vergewaltigt und versklavt um möglichst viele Workshops und Festivals gewinnbringend zu vermarkten. Die wahnwitzigsten uns skurrilsten Sachen wurden plötzlich als neuer Kizomba-Style verkauft. Richtigstellende Gegendarstellungen wurden mit dem Ruf nach Respekt und freier Entfaltung von Kunst gekontert. Respekt? Ein Volk schreit auf, weil man ihnen ihre Kultur stiehlt und zerstört, und die Diebe erwarten dafür auch noch Respekt? Darf Kunst Völker beleidigen und ihre Kultur zerstören?
Ich denke nein.
Und sieht irgendjemand bei dieser turbolenten Entwicklung irgendeine Tradition? ...um mal zur Kernfrage zurück zu kehren.
Tradition ist da nicht. Aber Kultur. Semba ist ein traditioneller Tanz aus Angola, und die Mutter des Lissaboner Kizomba's. „Echte“ Kizomba-Musik angolanischer Herkunft erinnert immer wieder an langsames Semba. In Lissabon kam von den Kap Verden verstärkt die Passade beim Tanz hinzu, und das Cabo Love vermischte sich mit der Angolanischen Musikstil und schuf eine andere Kizomba-Musik, die mit den Semba-Klängen nicht mehr sehr viel zu tun hatte. Die Kap Verden sind begnadete Musiker, und hatten noch mehr zu bieten wie die Coladeira und weitere Musikstile, die eingebracht wurden. Mit dem Ghetto Zouk war dann die sog. Kizomba—Musik westlicher Prägung geboren. Hergestellt in Tonstudios, mit elektronischen Beigaben und man begann sogar dazu zu rappen. Mit dem Urban wurde aber dann endgültig alles gesprengt, was das klassische Kizomba in irgendeiner Art charakterisierte.
Auch das Tarraxinha, das aus dem Charo Chato aus Angola entstand, trägt diese afrikanische Kultur mit sich. Die dann aber mit Roboter- und Epileptik-Styles und der starken sexualisierung auf der tanzfläche (Erotik, Sensual, Mikro-Tarraxinha) sensualisiert wurde.

Wie ihr sicherlich bemerkt habt, verwendet ich das Wort klassisch, anstatt traditionell. Ich denke damit trifft man es besser, wenn es darum geht genau zu beschreiben, um welches Kizomba es sich handelt.
Englische Untertitel.

Lest dazu auch meinen Bericht über Mestre Petchú, und meine erste Begegnung mit ihm, die wie bestellt sogar in einem Bild festgehalten wurde und im richtigen Moment geschoßen wurde, als er sagte: Michael Jackson ist Michael Jackson.
 
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